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Autor: Alexandra Frederick

1983 – Hochvakuum-Technik für die Fusionsforschung

1983

Einstieg in die Hochvakuum-Technik

Durch die Lieferung von leistungsfähigen und robusten Komponenten an weltweit bekannten Kernforschungs- und Teilchenbeschleunigerprojekten, darunter CERN (Europäische Organisation für Kernforschung in der Nähe von Genf/Schweiz), JET (Joint European Torus in Culham/UK), GSI (Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt/Deutschland), ENEA und INFN Frascati/Italien (Nationale Agentur für neue Technologien, Energie und Nachhaltige Entwicklung und Nationales Institut für Kernphysik) und Princeton University in New Jersey/USA, ist der Name SPINNER zu einem festen Begriff für die Qualität der dort verwendeten Leitungsteile und passiven Bauelemente geworden.

In den 1980 Jahren

Aufgrund steigender Anforderungen wurde das Portfolio für Hohlleiterkomponenten für Hochenergie-Anwendungen an Forschungseinrichtungen in den 1980ern mit der Hochvakuum-Technik erweitert. Hochvakuum wird insbesondere im Innenraum von Teilchenbeschleunigern oder Kernfusionsreaktoren eingesetzt.

1982 Erste koaxiale Hochvakuum-Komponenten

Los ging es für SPINNER mit koaxialen Elementen. Das Unternehmen erhielt den Auftrag zur Lieferung der Vakuum-Speiseleitung für den Tokamak des Jülicher Fusionsexperiments TEXTOR, welches durch ein Cluster der Königlichen Militärakademie in Brüssel, dem damaligen Institut für Plasmaphysik in Nieuwegein bei Utrecht und dem damalige Jülicher Institut für Plasmaphysik durchgeführt wurde. Die Ergebnisse flossen später u. a. in das internationale Großprojekt ITER ein.

1983 Erste Hochvakuum-Hohlleiter-Komponenten

Nur ein Jahr später wird SPINNER als langjähriger Lieferant von CERN beauftragt, R32 Hohlleiterbauteile in Hochvakuum-Technik für den LEP-Linac (Large Electron/Positron Collider) zu entwickeln. SPINNER lieferte und installierte die kompletten Hohlleiter-Übertragungssysteme mit Leistungsteilern, Pumping Ports, Schaltern, Richtkopplern sowie Phasenschiebern von den 35 MW-Klystrons bis zu den Beschleunigerstrukturen.

SPINNER beliefert seit Ende der 1960 weltweit Fusionsforschungsprojekte.
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1970 – Ausbildung

1970

Ausbildung bei der SPINNER GmbH

Bereits 1953 wurde mit der Ausbildung der ersten „Lehrlinge“ begonnen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Einer der Lehrlinge wurde später Betriebsleiter und blieb bis zu seiner Rente im Unternehmen.

Dr. Spinner erkannte sehr früh, dass es gut war, in die junge Generation zu investieren und die Ausbildung wurde zum festen Bestandteil am Standort München.

Mit der Gründung des neuen Standorts in Feldkirchen-Westerham wurde 1970 eine eigene Lehrwerkstatt für Industriemechaniker eingerichtet.

Seither werden pro Lehrjahr etwa 15 neue Jugendliche betreut. Den Industriemechanikern werden im ersten Ausbildungsjahr die Grundlagen der Metallverarbeitung in der Lehrwerkstatt vermittelt. Anschließend wenden sie die erlernten Kenntnisse in den Fachabteilungen in der Praxis an und vertiefen diese.

Das Unternehmen hat sich bald zu einem der größten technischen Ausbildungsbetriebe im Landkreis Rosenheim etabliert. Bis heute hat SPINNER über 700 Personen ausgebildet, darunter etwa 11% junge Frauen – Tendenz steigend. Mehr als ein Drittel der Azubis blieb dem Betrieb treu. Davon sind heute noch über 130 Personen als Facharbeiter in unserer Fertigung und in der Montage tätig oder haben sich intern erfolgreich in Fach- und Führungspositionen weiterentwickelt.

Das Ausbildungsangebot hat sich in den letzten Jahren erweitert. Mittlerweile bildet SPINNER auch die Berufe Oberflächenbeschichter, Fachinformatiker und Elektroniker sowie Industriekaufleute und in dualen Studiengängen aus.



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1967 – Bild-Ton-Weichen

1967

Das Fernsehen wird farbig

Fernsehen gab es schon mehrere Jahrzehnte, jedoch erwies sich die Farbübertragung als besondere Herausforderung. Der bereits 1954 in den USA entwickelte Standard führte immer wieder zu deutlichen Farbfehlern. Da wurden Gesichter schon mal grün und saftige Wiesen blau.

Am 25.08.1967 durfte der damalige Vizekanzler Willy Brandt dann endlich vor laufenden Kameras auf dem Gelände der Internationalen Funkausstellung in Berlin den offiziellen Start des Farbfernsehens in Deutschland einleiten. Und wir als Firma SPINNER sind stolz darauf, dass wir technologisch mit unseren Bild-Ton-Weichen dazu beitragen konnten.

Warum wurden Bild-Ton-Weichen benötigt?

Bildträger und Tonträger wurden in Sendern unabhängig voneinander erzeugt und verstärkt und mussten anschließend für die gemeinsame Übertragung über die Antenne entsprechend zusammengefasst werden.

Vereinfachtes technisches Funktionsprinzip von Bild-Ton-Weichen

Das Funktionsprinzip der Bild-Ton-Weiche beruht auf der klassischen Richtkopplerweiche, bestehend aus zwei 3-dB-Richtkopplern und zwei auf die Tonsenderfrequenzen abgestimmten 2-kreisigen Bandfiltern. Die Tonsenderleistung wird vom ersten Richtkoppler aufgeteilt, über die Filter geleitet und vom zweiten Richtkoppler wieder zusammengefasst und an die Antenne abgegeben. Die Bildsenderleistung wird vom zweiten Richtkoppler ebenfalls aufgeteilt, an den Filtern reflektiert und wiederum addiert und der Antenne zugeführt. Bild- und Tonsender sind nunmehr voneinander entkoppelt. Die Bandbreite der Filter ist variabel, so dass sowohl 2-Ton-Betrieb als auch NICAM-Abstimmung möglich ist.

SPINNER entwickelte die Bild-Ton-Weichen über die Jahre immer weiter und passte sie den technischen Entwicklungen an. So entstand z. B. 1973 die erste ersten 40/4 kW Bild/Ton-Weiche und 1979 die erste Bild/Ton-Weiche, 10/1 kW, Band 4,5. 1993 folgte eine Überarbeitung der 10/1kW und 20/2kW Bild-Ton-Weichen. Die volle Kompatibilität gegenüber den Vorgänger-Modellen blieb erhalten, d.h. gleiche Koordinaten für die HF-Anschlüsse und unveränderte Einbaumöglichkeit in 19″-Gestelle.

2005 folgte schließlich noch eine Bild-Ton-Weiche 5/0.5 kW für das Band lV/V. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Bild-Ton-Weichen für Leistungen bis 5 kW wurde bei SPINNER diese kleine kompakte Bild-Ton-Weiche entwickelt. In Verbindung mit modernsten Fertigungstechniken konnte ein völlig neues Produkt auf den Markt gebracht werden. Selbstverständlich knüpfte auch diese Weiche mit ihren Daten an die ausgezeichneten hochfrequenztechnischen Werte ihrer Pendants der höheren Leistungsklassen an.

Mit dem Ende des Analogfernsehens und der Digitalisierung werden Bild-Ton-Weichen nicht mehr benötigt. Bild und Ton-Signale werden bereits als Signal zusammengefasst und komprimiert (Bsp. MPEG), anschließend wird das komprimierte Signal verstärkt.

SPINNER Bild-Ton-Weiche zusammen mit einem Umschaltfeld



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1967 – Einstieg Hochenergiephysik

1967

Einstieg in die Hochenergiephysik

SPINNER liefert 1967 die ersten Hochleistungsleitungen für das Protonen-Synchrotron bei CERN

Beschleuniger-Struktur für den CERN Beschleunigerring LEP

Das Protonen-Synchrotron (PS) von CERN (Conseil européen pour la recherche nucléaire – die Europäische Organisation für Fusionsforschung bei Genf in der Schweiz) beschleunigte am 24. November 1959 zum ersten Mal Protonen und war damit für kurze Zeit der Teilchenbeschleuniger mit der höchsten Energie der Welt. Mit einer Strahlenergie von 28 GeV wurde das PS Gastgeber für das Teilchenphysikprogramm des CERN und liefert bis heute Strahlen für Experimente. Für dieses Protonensynchrotron lieferte SPINNER 1967 Koaxial-Übertragungsleitungen einschließlich Phasenschieber, Stubtuner und Richtungskopplern in den Größen RL 100 – 230. Diese wurden für Senderanpassung bei einer Leistung von 250 kW bei 200 MHz eingesetzt.

Als das CERN in den 1970er Jahren neue Beschleuniger baute, wurde die Hauptaufgabe des PS die Lieferung von Teilchen an die neuen Maschinen. Seit der Inbetriebnahme des PS im Jahr 1959 hat sich die Intensität seines Protonenstrahls vertausendfacht, und die Maschine ist auch dank der leistungsfähigen SPINNER-Komponenten zum vielseitigsten Teilchenjongleur der Welt geworden.

Mit einem Umfang von sieben Kilometern war das nachfolgende Super Proton Synchrotron (SPS) der erste der riesigen unterirdischen Ringe des CERN. Es war auch der erste Beschleuniger, der die französisch-schweizerische Grenze überquerte. Es wurde am 17. Juni 1976 zum ersten Mal eingeschaltet, zwei Jahre früher als geplant. Das SPS wurde schnell zum Arbeitspferd des CERN-Teilchenphysikprogramms und wurde mit einer Strahlenergie bis zu 400 GeV betrieben. Die Forschung mit SPS-Strahlen hat die innere Struktur von Protonen erforscht, die Vorliebe der Natur für Materie gegenüber Antimaterie untersucht, nach Materie gesucht, wie sie in den ersten Augenblicken des Universums gewesen sein könnte, und nach exotischen Formen von Materie gesucht.

SPINNER lieferte 1973 in einem Großauftrag zahlreiche HF-Übertragungsleitungen 150-345 für das 200 MHz Super-Proton-Synchotron (SPS) einschließlich Combiner für 4 Sender mit je 500 kW. Ein weiterer Meileinstein für SPINNER war 1978 die Lieferung von 16-fach Combinern zur Parallelschaltung von 16 Sendern mit jeweils 60 kW, CW bei 200 MHz.

Später folgten weitere Entwicklungen, z. B. ein Koaxschalter der Größe 150-345 für 1 MW Leistung; CW bei 200 MHz oder eines 8 Sender-Combiners 8×60 kW, CW bei 800 MHz.

SPINNER ist stolz, bis heute als Teil der Forschungsgemeinschaft einen kleinen Beitrag zu teilweise bahnbrechenden und Nobel-Preis-gewürdigten Erkenntnissen in der Grundlagenforschung der Teilchenphysik leisten zu können.



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Ende der 1960er – erste Drehkupplungen

Ende der 1960er

Entwicklung der ersten Koaxial-Drehkupplungen

Hochfrequenz-Drehkupplungen werden überall dort benötigt, wo Signale zwischen einer festen Plattform und einer zweiten rotierenden Plattform übertragen werden müssen.

Die ersten Ein- und Zweikanal-Drehkupplungen entwickelte SPINNER bereits in den 1960er Jahren. Den Anfang machte die Entwicklung landgestützter Radaranlagen. Heute finden sich SPINNER Drehkupplungen überall: In Anwendungen über und unter Wasser, auf dem Land ebenso wie in der Luft und sogar in Satelliten. Längst gehören für SPINNER Fast Ethernet und optische Übertragungsmöglichkeiten in modernen Radartechnik-Anlagen zum Standard.

In diesem technisch sehr anspruchsvollen Feld der HF-Technik reicht die Bandbreite auch heute noch von der einfachen 1-Kanal Hohlleiter- oder Koaxial-Drehkupplung bis hin zu hochgradig komplexen, aus mehreren tausend Einzelteilen bestehenden Drehkupplungen.



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1959 – Umzug in die Erzgießereistraße

1959

Der heutige Firmensitz in der Erzgießereistraße entsteht

Das Unternehmen wuchs rasch, und schnell wurden die Räumlichkeiten in der Linprunstraße, dem ersten Firmensitz mit Verwaltung und Produktion, wieder zu klein. Es begann die Suche nach einem neuen Firmengrundstück nach dem damals altbewährten Motto: „Wir kaufen nur, was wir uns leisten können und zum Bauen muss das Geld noch reichen.“

Das Anwesen in der Erzgießereistraße 33 erfüllte schließlich alle Kriterien, lag nur um die Ecke, was die Logistik erleichterte und besaß obendrein den Vorteil, dass ein paar, als Bierlager genutzte Baracken darauf standen, die sofort in die „neue“ Automatendreherei umgewandelt werden konnten.

Im Dezember 1959, noch mit Baustrom und einer einzigen Wasserstelle im Haus, wurde umgezogen, weil die alten Wohnräume in der Linprunstraße dringend für die Fertigung gebraucht wurden. Zwei weitere Jahre wohnte und arbeitete man auf und neben einer Baustelle, bis 1961 schließlich 6.000 qm Produktions- und Verwaltungsfläche den Platzbedarf der Firma fürs Erste befriedigte und das vorhandene Grundstück bis in den hintersten Winkel ausfüllte.

Während die Produktion und Teile der Verwaltung nach und nach an den 1966 gründenten Standort in Westerham (ca. 50 km südlich von München) verlagert wurden, bleibt die Erzgießereistraße bis heute Firmensitz des Unternehmens.

Erfahren Sie mehr zu den Anfängen des Unternehmens: Die Gründungsjahre 1946 – 1954



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Ende der 1950er – erste Messmittel

Ende der 1950er

Entwicklung des ersten HF-Messtechnikportfolios

Ende der 1950er Jahre existierte bereits ein umfangreiches, eigens entwickeltes Portfolio an geschlitzten Messleitungen (slottet lines) für die Hochfrequenztechnik – hand- und motorbetrieben – in Koaxial- und Hohlleitertechnik.

Selbstverständlich durfte auch das entsprechende Zubehör wie Detektor-Messköpfe, selektive Anzeigeverstärker, Messabsorber, Dämpfungsglieder, Richtungskoppler, Phasenschieber, variable Kurzschlüsse und Stichleitungen nicht fehlen. Die Produkte wurden erst abgelöst, als etwa zwei Jahrzehnte später die Messleitungen durch  Netzwerkanalysatoren  abgelöst wurden.

Dass SPINNER nun seit vielen Jahrzehnten zu den weltweit führenden Herstellern im Bereich der passiven HF-Technik zählt, ist keine Neuheit. Nicht jeder weiß jedoch, dass unser Firmengründer Dr.-Ing. Georg Spinner zu Beginn seiner Tätigkeit auch einen 2-Strahl-Oszillographen entwickelte und uns damit quasi die Messtechnik in die Wiege legte. Dieser Oszillograh war für die damalige Zeit übrigens eine Besonderheit!

Die Messtechnik stand nicht immer im Fokus der SPINNER-Vertriebspolitik, aber sie war zu jeder Zeit ein zentrales Thema im Unternehmen. Viele Produkte entstanden aus dem Eigenbedarf heraus, denn schon immer galt die Devise: „Nur wer mit höchster Genauigkeit misst, kann für seine Produkte auch die bestmögliche Performance garantieren.“



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SPINNER GROUP

Seit 75 Jahren setzt SPINNER Maßstäbe in der Hochfrequenztechnik. Unseren Anspruch haben wir in einem Satz zusammengefasst:

HIGH FREQUENCY PERFORMANCE WORLDWIDE!

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